Hauptsache es wird gebaut?!?

Rehfelde, den 09.07.2017
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(GS) Unter diesem Motto erörterten am 6. Juli Einwohner, Vertreter von Vereinen, Gemeindevertreter und sachkundige Bürger gemeinsam mit Gästen aus Gremien des Landes und des Kreises dicht gedrängt im Bürgersaal Rehfelde Fragen der künftigen Siedlungsentwicklung des Ortes.

Die Auswirkungen des rasanten Wachsens von Berlins wie Verdrängungseffekte auf dem Wohnungsmarkt, steigende Grundstückspreise und steigender Bedarf an gut angebundenen Gewerbe- und Industrieflächen sowie neue Herausforderungen wie der demografische Faktor oder die steigende Zahl an Pendlern sind seit geraumer Zeit in der Gemeinde zu spüren.

Doch sind wir auf das, was uns demnächst erwartet, wirklich vorbereitet? Die übereinstimmende Auffassung war „ja“. Dass Rehfelde die Probleme erkannt hat, davon zeugen Kita-Erweiterung, Straßenbau, Nahversorgung mit Waren und Dienstleistungen, bevorstehender Wohnungsbau sowie Überlegungen zur Verbesserung der Betreuung der Senioren.

Und dennoch mangelt es oft an vorausschauenden Lösungsansätzen. Die zu finden übersteigt häufig die Kompetenzen der Gemeinde.

Darauf wies auch Wolfgang Rump, Leiter der Planungsstelle der Regionalen Planungsgemeinschaft Oderland-Spree in seinem Vortrag zum gegenwärtigen Entwurf des Landesentwicklungsplanes-Hauptstadtregion hin.

Sein Fazit: Die Bedeutung Rehfeldes ist bereits heute objektiv größer, als in der Landesplanung für die nächsten Jahrzehnte vorgesehen. Dem müsse Rechnung getragen werden, um der Gemeinde die Möglichkeit zu geben, bedeutend stärker zu wachsen, als das gegenwärtig der Fall ist.

Marco Böttche, Amtsdirektor des Amtes Märkische Schweiz, stellte in seinen Darlegungen zwei Fragen in den Mittelpunkt:

  1. Welche Möglichkeiten bestehen, um angesichts des sich rasant entwickelnden Baubooms in der Gemeinde die begrenzte Ressource Fläche nachhaltig zu nutzen und
  2. Welche Wege sind zu beschreiten, um die Gemeinde mit ihren Orts- und Gemeindeteilen weiter lebenswert zu gestalten.

Er schlussfolgerte u. a., dass es eine umfassende Erhebung der Flächenpotenziale für Wohnungsbau und Gewerbe auf den Gemarkungen Rehfelde, Werder und Zinndorf durch die Einrichtung und Pflege eines Flächenkatasters geben müsse, unabhängig davon, ob es sich um kommunale oder private Flächen handelt.

Ein Schwerpunkte der anschließenden regen Diskussion war die Forderung nach einer Balance zwischen Bauboom und Flächenversieglung einerseits und dem Anspruch Rehfeldes, „Das Grüne Tor zur Märkischen Schweiz“ zu sein.

Bei der Behandlung der Problematik Wohnungsbau plädierten die Teilnehmer für die Vorhaltung bezahlbaren kommunalen Wohnraums als wichtigen regulierenden Faktor der Siedlungsentwicklung und des Wohnungsmarktes. betrachtet. Zugleich wird die Errichtung gehobenen Wohnungsraums befürwortet.

Ablehnend beantworten sie die Frage nach der Notwendigkeit einer Ortsgestaltungssatzung. Sie hielten es jedoch für geboten, sich auf einige wenige Grundsätze wie Bauhöhe, Mindestgröße für Baugrundstücke u. a. zu verständigen.

Der Fachdienstleiter Wirtschaft in der Kreisverwaltung MOL, Jörg Schleinitz betonte, dass die Nachfrage nach Gewerbeflächen im Kreis bei weitem das Angebot übersteigt. Er verband damit die Hoffnung, in Kooperation mit der Gemeinde in Rehfelde neue Gewerbeflächen planen und entwickeln zu können.

Mehreren Teilnehmern brannte das Problem Schulbesuch der Rehfelder Kinder unter den Nägeln. Auf die nicht neue Forderung, für Kinder ab der 7. Klasse einen Schulbus einzurichten, wurde der Gegenvorschlag unterbreitet, die konzeptionellen Überlegungen zur Erweiterung des Schulcampus Rehfelde mit Wiedereinrichtung der Sekundarstufe I zügig auf den Weg zu bringen und Wirklichkeit werden zu lassen.

Weitere Problemkreise waren der Straßenbau, die Neuauflage des Flächennutzungsplanes, Vorhalteflächen für Schulcampus, Sportanlagen, Kinderspielplätze, Kitas u. a.

Die Arbeitsgruppe Leitbild, der die Vorbereitung des Workshops oblag, bedankt sich bei all jenen, die durch ihre Analysen, Vorschläge und Hinweise zum Gelingen der Veranstaltung beitrugen.

 

Gerhard Schwarz

Leiter der AG

 

Am 25. Juli 2017 berichtete die Märkische Online Zeitung anhand der Schlussfolgerungen aus dem Workshop unter der Überschrift "Wunsch: korrigierte Landesplanung".

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Foto: birgitH - pixelio.de 

 

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